Erdbeben: die unterschätzte Gefahr

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Erdbeben: die unterschätzte Gefahr

Erdbeben: die unterschätzte Gefahr

Geborstene Wasserleitungen, Risse in den Wänden, eingestürzte Kamine: So kann sich die Schadensbilanz nach einem Erdbeben in unserem Land präsentieren. In den meisten Fällen kommt die Schweiz mit dem Schrecken davon.  Doch das war auch schon einmal anders: Das stärkste historisch dokumentierte Erdbeben in der Schweiz mit einer Magnitude von 6,6 ereignete sich 1356 in Basel. Ein derartiges Beben würde heute Schäden im Ausmass von 80 bis 100 Milliarden Franken verursachen. Das Stadtberner Beben im Jahre 1881 erreichte eine Magnitude von 4,8. Zahlreiche Schornsteine stürzten ein und viele Gebäude erlitten erhebliche Schäden. 1946 bebte die Erde bei Siders derart stark, dass Tausende von Gebäuden leicht bis mittelschwer beschädigt wurden. Vier Menschen fielen dem Unglück zum Opfer. Laut dem Schweizerischen Erdbebendienst (SED) an der ETH Zürich kommt es in der Schweiz etwa alle 8 bis 15 Jahre zu einem Erdbeben mit einer Magnitude von mindestens 5.«Erdbeben stellen in der Schweiz die Naturgefahr mit dem grössten Schadenspotenzial dar», erklärt Stefan Wiemer, Direktor des SED und Professor für Seismologie.

Die Schweiz ist ein Erdbebenland

Letztes Jahr ereigneten sich in der Schweiz zwei weiträumig verspürte Erdbeben mit Magnituden von über 4 und hunderten von Nachbeben. Dies zeigt die aktuelle Statistik des SED. 2017 wurden dank der Verbesserung des seismischen Messnetzes mehr kleine Beben als je zuvor aufgezeichnet. Die Gesamtzahl registrierter Erdbeben im Jahr 2017 in der Schweiz und im grenznahen Ausland beläuft sich auf rund 1’230. «Das vergangene Jahr zeigte erneut, dass die Schweiz ein Erdbebenland ist», heisst es in der Medienmitteilung des SED.

Finanzielle Risiken absichern

Was viele nicht wissen: Erdbebenschäden werden von den obligatorischen Gebäudeversicherungen nicht gedeckt. Nur im Kanton Zürich ist eine beschränkte Deckung eingeschlossen:

17 kantonale Gebäudeversicherungen haben den «Schweizerischen Pool für Erdbebendeckung» gebildet. Dieser stellt im Falle eines Erdbebens innerhalb dieser Kantone CHF 2 Mia. zur Verfügung. Die Bedingungen hierfür sind:

  • Das Erdbeben muss mindestens eine Stärke von VII auf der MSK-Skala erreichen.
  • Pro Gebäude wird ein Selbstbehalt von 10% der Versicherungssumme, mindestens
    CHF 50’000.–, in Abzug gebracht.
  • Übersteigt der Gesamtschaden eines solchen Erdbebens die Summe von CHF 2 Mia., werden die Leistungen anteilsmässig gekürzt. Die nicht vom Pool gedeckten Schäden sind vom Hauseigentümer zu tragen.

Sonderfall Zürich
Der Kanton Zürich hat einen eigenen Pool, den «Erdbebenfonds der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich», der für die im Kanton Zürich entstehenden Schäden CHF 1 Mia. aufwirft. Die Bedingungen für eine Leistung sind die selben wie oben dargestellt.

Somit sind alle Erbeben unter der Stärke VII in der Schweiz nicht versichert und die übrigen Erbeben über der Stärke weisen einen viel zu geringen Versicherungsschutz auf.

Die Behebung von Schäden ist mit erheblichem Aufwand verbunden und kann die finanziellen Möglichkeiten der Haus- oder Stockwerkeigentümer rasch übersteigen. Einerseits müssen nämlich Statik- und sonstige Schäden von Experten analysiert und anschliessend behoben werden. Andererseits gilt es beispielsweise auch, zusätzliche Lebenshaltungskosten zu tragen, Mietausfälle zu kompensieren – und die Hypothek weiter zu bezahlen. Einige Versicherungen haben das Risiko erkannt und bieten eine entsprechende Erdbebenversicherung an.

Welche Schäden sind in der Schweiz infolge eines Erbebens zu erwarten?

Bei einer Bauweise, wie sie in der Schweiz üblich ist, treten Schäden an Gebäuden im Allgemeinen bei Erdbeben ab einer Magnitude von 5 auf. Zerstörerische Schäden sind ab einer Magnitude von 6-7 zu erwarten. Zu kleineren Rissen oder Schäden aufgrund herunterfallender Objekte kann es bereits bei kleineren Intensitäten kommen.

Unsere Empfehlung

Grundsätzlich gibt es immer mehr Naturkatastrophen in der Schweiz. Ein Erbeben kann für einen Hauseigentümer oder einen Stockwerkeigentümer existenzbedrohend sein. Je nach Gefährdung und persönlichem Sicherheitsbedürfnis ist eine Erbebenversicheurng eine sinnvolle Investition zu einem moderaten Preis. Wir empfehlen Ihnen sich für ein persönliches Gespräch mit uns in Verbindung zu setzten, damit wir Ihnen Ihr Risiko und Ihre Möglichkeiten aufzeigen können.

Was kostet eine Abdeckung für Erbeben:

Beispiel Raum Schaffhausen/ Zürich:

Versicherungswert CHF 800’000:             Prämie pro Jahr ca. CHF 264.-

Versicherungswert CHF 1.5 Mio:              Prämie pro Jahr ca. CHF  435.50